Mutter-Kind-Pass

Allgemeine Informationen

Der Mutter-Kind-Pass dient der gesundheitlichen Vorsorge für Schwangere und Kleinkinder. Er beinhaltet die im Mutter-Kind-Pass-Programm vorgesehenen ärztlichen Untersuchungen während der Schwangerschaft und bis zum 5. Lebensjahr des Kindes. Alle vorgeschriebenen Untersuchungen sind wichtig für Mutter und Kind. Die Untersuchungen sind nur bei Inanspruchnahme von Vertragsärztinnen/Vertragsärzten der Krankenversicherungsträger kostenlos. 

Nicht krankenversicherte Frauen müssen sich vor Inanspruchnahme einer Untersuchung von der Gebietskrankenkasse, die für den Wohnort zuständig ist, einen Anspruchsbeleg ausstellen lassen. Mit diesem Beleg können dann bei einer Vertragsärztin/einem Vertragsarzt des Krankenversicherungsträgers die jeweiligen vorgesehenen Mutter-Kind-Pass-Untersuchungen kostenlos durchgeführt werden.

HINWEIS
Untersuchungen im Ausland werden dann in Österreich anerkannt und somit bleibt auch der Anspruch auf Kinderbetreuungsgeld aufrecht, wenn die Art und der Zeitpunkt der Untersuchung den Vorgaben des österreichischen Mutter-Kind-Passes entsprechen.
TIPP
Innerhalb der 18. und 22. Schwangerschaftswoche kann im Rahmen des Mutter-Kind-Passes eine einstündige Hebammenberatung in Anpruch genommen werden.

Untersuchungsprogramm für die Schwangere

Während der Schwangerschaft sind fünf ärztliche Untersuchungen der Schwangeren vorgesehen:

Mutter-Kind-Pass-Untersuchungen während der Schwangerschaft

Untersuchung

Untersuchungstermin

Untersuchungsumfang

1.

Bis zum Ende der 16. Schwangerschaftswoche

  • Blutuntersuchungen:
    • Test auf Vorliegen einer Luesinfektion
    • Bestimmung der Blutgruppe und des Rhesusfaktors, ausgenommen bei Vorliegen eines Originalbefundes
    • Bestimmung des Hämoglobinwertes und des Hämatokrits (oder der Erythrozytenzahl)
    • Toxoplasmosetest mit Wiederholungsuntersuchungen bei negativem bzw. abklärungsbedürftigem Titer, ausgenommen bei Vorliegen eines Originalbefundes über einen eindeutig positiven Titer
    • Bestimmung des Rötelnantikörpertiters
    • HIV-Test
  • Ausführliche Anamneseerhebung
  • Gynäkologische Untersuchung (Vaginalbefund)
  • Erhebung von mütterlichen und kindlichen Risikofaktoren
  • Beurteilung der Notwendigkeit weiterer Untersuchungen

2.

17., 18., 19. oder 20. Schwangerschaftswoche

  • Interne Untersuchung
  • Ausführliche Anamneseerhebung
  • Gynäkologische Untersuchung (Vaginalbefund)
  • Erhebung von mütterlichen und kindlichen Risikofaktoren
  • Beurteilung der Notwendigkeit weiterer Untersuchungen

3.

25., 26., 27. oder 28. Schwangerschaftswoche

  • Bestimmung des Hämatokrits und des Hämoglobinwerts
  • Hepatitis-B-Untersuchung (HBS-Antigen-Bestimmung)
  • Oraler Glukosetoleranztest
  • Ausführliche Anamneseerhebung
  • Gynäkologische Untersuchung (Vaginalbefund)
  • Erhebung von mütterlichen und kindlichen Risikofaktoren
  • Beurteilung der Notwendigkeit weiterer Untersuchungen

4.

30., 31., 32., 33. oder 34. Schwangerschaftswoche

  • Ausführliche Anamneseerhebung
  • Gynäkologische Untersuchung (Vaginalbefund)
  • Erhebung von mütterlichen und kindlichen Risikofaktoren
  • Beurteilung der Notwendigkeit weiterer Untersuchungen

5.

35., 36., 37. oder 38. Schwangerschaftswoche

  • Ausführliche Anamneseerhebung
  • Gynäkologische Untersuchung (Vaginalbefund)
  • Erhebung von mütterlichen und kindlichen Risikofaktoren
  • Beurteilung der Notwendigkeit weiterer Untersuchungen

Ultraschalluntersuchung

Zusätzlich zu den genannten Untersuchungen wird jeweils eine Ultraschalluntersuchung der Schwangeren in der 8., 9., 10., 11. oder 12., in der 18., 19., 20., 21. oder 22. und in der 30., 31., 32., 33. oder 34. Schwangerschaftswoche empfohlen.

Hebammenberatung in der Schwangerschaft

Zwischen der 18. und der 22. Schwangerschaftswoche besteht die Möglichkeit einer Beratung durch eine Hebamme. Die Beratung beinhaltet Informationen zum Verlauf einer Schwangerschaft, zur Geburt, zum Wochenbett, zum Stillen, über gesundheitsförderndes Verhalten in diesem Zeitraum und über weitere Unterstützungsmöglichkeiten.

Hebammen, die Beratungen im Rahmen des Mutter-Kind-Passes durchführen, finden sich auf den Seiten des Österreichischen Hebammen-Gremiums.

Untersuchungsprogramm für das Kind

In den ersten 14 Lebensmonaten sind fünf ärztliche Untersuchungen des Kindes vorgesehen:

Mutter-Kind-Pass-Untersuchungen für das Kind (bis zum 14. Lebensmonat)

Untersuchung

Untersuchungstermin

Untersuchungsumfang

1.

1. Lebenswoche

  • Feststellung von Körpergewicht und Körperlänge
  • Erhebung von Beobachtungen der Mutter und eine Krankheitsanamnese
  • Ärztliche Untersuchung des Kindes
  • Beurteilung der Notwendigkeit weiterer Untersuchungen

2.

4., 5., 6. oder 7. Lebenswoche

  • Feststellung von Körpergewicht und Körperlänge
  • Erhebung von Beobachtungen der Mutter und eine Krankheitsanamnese
  • Ärztliche Untersuchung des Kindes
  • Orthopädische Untersuchung
  • Beurteilung der Notwendigkeit weiterer Untersuchungen

3.

3., 4. oder 5. Lebensmonat

  • Feststellung von Körpergewicht und Körperlänge
  • Erhebung von Beobachtungen der Mutter und eine Krankheitsanamnese
  • Ärztliche Untersuchung des Kindes
  • Beurteilung der Notwendigkeit weiterer Untersuchungen

4.

7., 8. oder 9. Lebensmonat

  • Feststellung von Körpergewicht und Körperlänge
  • Erhebung von Beobachtungen der Mutter und eine Krankheitsanamnese
  • Ärztliche Untersuchung des Kindes
  • Untersuchung des Hals-, Nasen- und Ohrenbereichs
  • Beurteilung der Notwendigkeit weiterer Untersuchungen

5.

10., 11., 12., 13. oder 14. Lebensmonat

  • Feststellung von Körpergewicht und Körperlänge
  • Erhebung von Beobachtungen der Mutter und eine Krankheitsanamnese
  • Ärztliche Untersuchung des Kindes
  • Augenuntersuchung
  • Beurteilung der Notwendigkeit weiterer Untersuchungen

In der 1. und in der 6., 7. oder 8. Lebenswoche des Kindes wird jeweils eine Hüftultraschalluntersuchung empfohlen.

Bis zum 62. Lebensmonat sind vier weitere ärztliche Untersuchungen des Kindes vorgesehen:

Mutter-Kind-Pass-Untersuchungen für das Kind (nach dem 14. Lebensmonat)

Untersuchung

Untersuchungstermin

Untersuchungsumfang

6.

22., 23., 24., 25. oder 26. Lebensmonat

  • Feststellung von Körpergewicht und Körperlänge
  • Erhebung von Beobachtungen der Mutter und eine Krankheitsanamnese
  • Ärztliche Untersuchung des Kindes
  • Augenuntersuchung durch eine Fachärztin/einen Facharzt für Augenheilkunde und Optometrie
  • Beurteilung der Notwendigkeit weiterer Untersuchungen

7.

34., 35., 36., 37. oder 38. Lebensmonat

  • Feststellung von Körpergewicht und Körperlänge
  • Erhebung von Beobachtungen der Mutter und eine Krankheitsanamnese
  • Ärztliche Untersuchung des Kindes
  • Beurteilung der Notwendigkeit weiterer Untersuchungen

8.

46., 47., 48., 49. oder 50. Lebensmonat

  • Feststellung von Körpergewicht und Körperlänge
  • Erhebung von Beobachtungen der Mutter und eine Krankheitsanamnese
  • Ärztliche Untersuchung des Kindes
  • Beurteilung der Notwendigkeit weiterer Untersuchungen

9.

58., 59., 60., 61. oder 62. Lebensmonat

  • Feststellung von Körpergewicht und Körperlänge
  • Erhebung von Beobachtungen der Mutter und eine Krankheitsanamnese
  • Ärztliche Untersuchung des Kindes
  • Beurteilung der Notwendigkeit weiterer Untersuchungen

Untersuchungen als Voraussetzung für die Weitergewährung von Kinderbetreuungsgeld

ACHTUNG

Für den Bezug von Kinderbetreuungsgeld müssen Sie fünf Untersuchungen während der Schwangerschaft und die fünf Untersuchungen in den ersten 14 Lebensmonaten des Kindes korrekt durchführen lassen und diese auch nachweisen. Achten Sie bitte dringend darauf, die Untersuchungen in den vorgeschriebenen Zeiträumen durchführen zu lassen. Die Nichtdurchführung einer Untersuchung (oder mehrerer Untersuchungen), verspätete Untersuchungen sowie das Unterlassen des Nachweises der Untersuchungen bei der Krankenkasse führen zu einer Halbierung des Kinderbetreuungsgeldes – je nach gewählter Leistungsart ab dem 25., 17., 13. oder 10. Lebensmonat.

Die Ultraschalluntersuchungen während der Schwangerschaft, die Hebammenberatung sowie die Hüftultraschalluntersuchungen und die sechste bis neunte Untersuchung des Kindes sind nicht Voraussetzung für die Weitergewährung des Kinderbetreuungsgeldes in voller Höhe.  

TIPP

Es ist ratsam, Kopien der beiden Formblätter im Mutter-Kind-Pass anzufertigen, bevor Sie die Originale an den zuständigen Krankenversicherungsträger schicken.

Voraussetzungen

Den Mutter-Kind-Pass kann jede schwangere Frau bekommen, auch wenn sie nicht österreichische Staatsbürgerin ist.

Fristen

Die erste Mutter-Kind-Pass-Untersuchung der Schwangeren muss grundsätzlich bis zum Ende der 16. Schwangerschaftswoche erfolgen.

Die erste Mutter-Kind-Pass-Untersuchung des Kindes muss grundsätzlich in der 1. Lebenswoche vorgenommen werden.

Unter bestimmten Voraussetzungen ist eine Abweichung von den vorgeschriebenen Untersuchungsterminen möglich.

Zuständige Stelle

  • Die Gynäkologin/der Gynäkologe
  • Die Allgemeinmedizinerin/der Allgemeinmediziner
  • Die Ambulatorien
  • Die Schwangerenberatungsstellen
  • Die Ambulanzen von Entbindungsabteilungen

Verfahrensablauf

Den Mutter-Kind-Pass bekommen Sie ausgehändigt, wenn im Rahmen einer ärztlichen Untersuchung bei einer der zuständigen Stellen eine Schwangerschaft festgestellt wird.

Kosten

Der Mutter-Kind-Pass ist ebenso wie alle im Mutter-Kind-Pass-Programm enthaltenen Untersuchungen für Sie bei Inanspruchnahme von Vertragärztinnen/Vertragsärzten der Sozialversicherungsträger kostenlos.

Zusätzliche Informationen

Das österreichische Gesundheitsportal gesundheit.gv.at bietet Gesundheitsinformationen und Informationen über die Leistungen des Gesundheitswesens sowie nähere Informationen zum Mutter-Kind-Pass.

Rechtsgrundlagen

Stand: 19.03.2014
Hinweis .
Abgenommen durch:
Bundesministerium für Gesundheit
Transparente Grafik zwecks Webanalyse

Quelle: HELP.gv.at

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